Nachweis latenter Infektionen durch Agrobacterium vitis

Die Mauke ist die wichtigste, bakteriell hervorgerufene Rebenkrankheit in den nördlichen und östlichen Weinbaugebieten Europas. Vor allem in Jahren mit strengen Winterfrösten kann es zu heftigen Krankheitsausbrüchen ("Tumore") kommen, die das vollständige Absterben des Rebstocks zur Folge haben können. Als Erreger gilt das Gram-negative Bakterium Agrobacterium vitis. Für die Rebenzüchtung und die Rebveredlung ist die Krankheit von großer Bedeutung, da als wichtigster Verbreitungsweg die Übertragung durch latent infiziertes Vermehrungsmaterial angesehen wird. Einige osteuropäische Weinbauländer fordern aufgrund der im Vergleich zu Mitteleuropa größeren Gefahr durch Winterfröste den Nachweis der Maukefreiheit eingeführter Reben. Im Rahmen dieses, von der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" e.V. (AiF) geförderten Projekts (ZIM-KOOP) soll ein PCR-basiertes Nachweisverfahren zur Erkennung latent infizierten Pflanzenmaterials etabliert werden. Um eine visuelle Lokalisation des Schaderregers mittels Fluoreszenz- bzw. Konfokalmikroskopie im Gewebe durchführen zu können, wurde ein stabil ein rotfluoreszierendes Protein (RFP)-exprimierender A. vitis-Stamm hergestellt. Künstliche Inokulation mit diesen Agrobakterien ermöglicht im Laborexperiment deren Lokalisation im Wirtsgewebe. Diese experimentellen Ansätze sollen die Erstellung eines Testkalenders (zeitliches und räumliches Auftreten des Pathogens in der Pflanze) erleichtern. Mögliche Infektionswege während des Rebveredelungsprozesses und auch über den Boden werden untersucht.

 

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