Virusresistenz durch RNAi oder Expression von scFv-Antikörpern

Pflanzenpathogene Viren bestehen aus einem oder einigen wenigen Nukleinsäuremolekülen, ? bei den meisten pflanzenpathogenen Viren handelt es sich dabei um einzelsträngige RNA , umgeben von einer Proteinhülle. Da Viren keinen eigenen Stoffwechsel haben, nutzen sie für ihre Vermehrung den Stoffwechsel der Wirtszelle.

Die Züchtung virusresistenter Rebsorten und Unterlagen böten den nachhaltigsten und wirkungsvollsten Schutz gegen Viruskrankheiten. Da der klassischen Züchtung jedoch keine natürli­chen Resistenzquellen zur Verfügung stehen, welche in Kreuzungsprogrammen ein­gesetzt werden können, werden bei AlPlanta alternative Strategien (Erzeugung von RNA-silencing durch inverted repeats viraler Gene, Expression von single chain variable fragment [scFv]-Antikörpern) eingesetzt, um Virusresistenz in Sorten und Unterlagen zu etablieren. Im Rahmen eines EU-Projektes und einer Kooperation mit dem Verband Deutscher Rebenpflanzguterzeuger e.V. sowie einem Rebveredlungsbetrieb wurden verschiedene Konstrukte zur Induktion von Virusresistenz in Reben entwickelt. Eine Reihe verschiedener Sorten transformierter Unterlagsreben wurden hergestellt und werden derzeit molekularbiologisch charakterisiert, sowie hinsichtlich ihrer Virusresistenz geprüft. Als sehr effizientes System zur Evaluierung der potentiellen Virusresistenz hat sich die Kultivierung der Reben in Containern mit virusübertragenden Nematoden erwiesen. Schon innerhalb einer Vegetationsperiode zeigten die nicht transformierten isogenen Linien Symptome und waren im immunologischen Virusnachweis (ELISA) positiv. Bei einigen getesteten transgenen Linien war eine Verzögerung der Virusinfektion feststellbar.


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