Scharka

Plum Pox Potyvirus (PPV) ist der Erreger der Scharka-Krankheit beim Steinobst (Prunus). Seit den 60iger Jahren breitet sich diese Krankheit in deutschen Pflaumen- und Zwetschen-Anbaugebieten aus und hat sich zur bedeutendsten Viruserkrankung im Steinobst entwickelt. Dank der effizienten Blattlausübertragung des Virus sind alle bedeutenden Anbaugebiete hochgradig durchseucht. Die Krankheit führt bei den meisten Sorten zu einer starken Qualitätsminderung der Frucht sowie zu einer Reduktion des Ertrags und des Wachstum des Baumes. Die traditionell bedeutendste Sorte in Deutschland, die ?Deutsche Hauszwetsche?, ist besonders anfällig und kann in den meisten Anbaugebieten nicht mehr wirtschaftlich rentabel angepflanzt werden. Eine Lösung des Problems ist nur durch PPV-resistente Pflanzen zu erreichen. Trotz intensiver Suche nach natürlichen Resistenzen konnte bislang nur eine einzige resistente Sorte auf den Markt gebracht werden. Der Einsatz gentechnischer Methoden erscheint somit als einziger Weg, um ein breites Spektrum an PPV-resistenten Sorten zu entwickeln. In einem laufenden Forschungsprojekt am AlPlanta werden deshalb Regenerations- und Transformationsprotokolle für verschiedene Zwetschengenotypen entwickelt, um PPV-Resistenz-vermittelnde Gene in verschiedene wirtschaftlich bedeutsame Sorten einzuführen, ohne deren sonstige Eigenschaften zu verändern. Die aktuelle Resistenzstrategie basiert auf der Induktion des gene silencing Mechanismus, so dass keine Fremdproteine in der Zwetsche exprimiert werden.

Im Zuge dieser Arbeiten wurde auch die genetische Variabilität der PPV-Stämme in Deutschland untersucht. Hierzu wurden die Nachweismethoden von PPV optimiert. Bei diesen Untersuchungen konnten zum ersten Mal PPV-M Stämme in südwestdeutschen Steinobstanbaugebieten gefunden werden.

Scharka-Symptome auf Pflaume


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