Riegelahorn

Wertvolle Stämme geriegelten Bergahorns (Acer pseudoplatanus L.) werden jährlich in Deutschland auf zahlreichen Submissionen hoch beboten und verkauft. Der Preis kann von einigen tausend Euro bis zu mehreren zehntausend Euro pro Stamm betragen. Der Begriff Wertholz wird dadurch verständlich. Leider sind diese Individuen als solche nach dem Verkauf auf Submissionen oft verloren, da bisher in Unkenntnis vorhandener Möglichkeiten kein Interesse an der Erhaltung und Nutzung der Reste dieses noch lebenden wertvollen Materials bestand. Durch gärtnerische Methoden (Pfropfung) ist es jedoch möglich, dieses Ursprungsmaterial zu erhalten. Biotechnologische Methoden sollen entwickelt und optimiert werden, um dieses wertvolle Material in größerer Stückzahl zu vermehren und damit langfristig zu sichern (Generhaltung). Eine zu erarbeitende Methodik zur genetischen Charakterisierung (Fingerprint-Mikrosatelliten) erlaubt dann jederzeit die genetische Identifizierung einzelner Klone. Nach entsprechender Prüfung in Feldversuchen und Anerkennung entsprechend dem Forstvermehrungsgutgesetz soll solches Material künftig einer weiteren züchterischen Nutzung sowie einer unmittelbaren Vermarktung zugeführt werden.

 

Ein weiteres Ziel dieses Projektes ist es, die Ursachen der Riegelung im Ahorn aufzuklären. Da die Ursachen multifaktoriell vermutet werden, sollen die Untersuchungen mehrgleisig auf genetischer und epigenetischer Ebene und auf Ebene eines Endophyten/Pathogen-Screenings durchgeführt werden. Die einmaligen, bereits vorhandenen Riegelahorn-Sammlungen der Projektpartner und die enormen Fortschritte der Hochdurchsatzsequenzierungen erlauben auch bei Bergahorn die Strategie der Transkriptomanalyse zu verfolgen, um Unterschiede im geriegelten und nicht geriegelten Bergahorn aufzudecken. Darauf aufbauend soll eine Untersuchungsmethode für den molekularen Nachweis der Riegelung am lebenden Baum entwickelt werden. Das bezüglich der Riegelung als positiv erwiesene Pflanzenmaterial soll im Rahmen dieses Vorhabens für die Entwicklung eines effektiven, kommerziell anwendbaren in vitro-Vermehrungsprotokolls verwendet werden mit dem Ziel einer Vermarktung als hochwertiges Vermehrungsgut.

 

Dieses Verbundprojekt wird vom Innovationsfond Forschung für Innovationen in der Agrarwirtschaft der Landwirtschaftlichen Rentenbank (LR) gefördert.


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